Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)
Förderprogramm: Mobilität der Zukunft
Projektträger: Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG)
Projektlaufzeit: 2015 – 2016
Projektpartner: Trafficon – Traffic Consultants GmbH
TU Graz, Institut für Straßen- und Verkehrswesen
Kompetenzzentrum – Das virtuelle Fahrzeug GmbH
Siemens AG Österreich
Geometrische Ausmodellierung der Fahrstreifen [Quelle:TraffiCon]

In Österreich wurde in den vergangen Jahren die Graphen-Integrations-Plattform (GIP) als landesweites Straßen-Referenz-Netzwerk erfolgreich etabliert. Mit dem Rahmenplan für den Einsatz der Telematik im österreichischen Verkehrssystem wurde bereits 2004 ein erster wichtiger Schritt gesetzt. Weitere richtungsweisende Initiativen folgten 2008 mit dem EU-IVS-Aktionsplan und im August 2010 mit der EU-IVS-Richtlinie. Die Bereitstellung von Daten und Informationen ist eine wesentliche Grundlage, um IVS-Dienste zu ermöglichen. Dies beinhaltet auch die Bereitstellung eines einheitlichen Straßen-Referenz-Netzwerks für Verkehrssysteme, wie er in Form der GIP realisiert wurde und der als Teil einer intelligenten Infrastruktur für innovatives und vor allem flächendeckendes Verkehrsmanagement anzusehen ist.

Mit dem Projekt LaneS soll die intelligente Infrastruktur Straße hinsichtlich Verkehrseffizienz und Verkehrssicherheit verbessert werden. Grundlage dafür bildet ein fahrstreifenfeiner Straßengraph. In LaneS soll basierend auf herkömmlichen GNSS-Daten von Fahrzeugen aus dem fließenden Verkehr (FCD) eine Methode erforscht und in einem Prototypen umgesetzt werden, bei dem die exakte Lage einzelner Fahrstreifen (Topologie) ermittelt wird.

Häufig wird eine digitale Straßenkarte als fahrstreifenfein bezeichnet, wenn die Anzahl der vorhandenen Fahrstreifen in Form von Attributen angegeben ist. Für die Anwendungen, die in LaneS adressiert werden, reicht das natürlich nicht aus und der Unterschied zu einer geometrischen Ausmodellierung jedes einzelnen Fahrstreifens ist in nebenstehender Abbildung zu erkennen. Mit diesem Ansatz von LaneS kann ein Fahrzeug mit genauer Positionsbestimmung eindeutig einem Fahrstreifen zugeordnet werden. Mit der attributierten Angabe in herkömmlichen Straßen-Karten ist das nicht möglich. Bereits im Projekt IMPAKT hat pwp-systems innovative Lösungen für eine fahrstreifenfeine Evaluierung von kooperativen Diensten entwickelt und im Rahmen des „Testfeld Telematik Austria“ erfolgreich erprobt. In LaneS werden potentielle Anwender identifiziert und zu Workshops eingeladen, um den Bedarf von fahrstreifenfeinen Straßengraphen für IVS-Dienste und im Bereich der Straßenerhaltung abzuschätzen.

Weiterhin sollen im Projekt folgenden Forschungsfragen beantwortet werden:

  • Welche Einsatzmöglichkeiten bestehen im Bereich intelligenter Verkehrssysteme (z. B. Car2Car, Car2Infrastructure, fahrstreifengenaue Floating-Car-Daten, autonomes Fahren, Maut-Systeme, Verkehrsinformation) und der Straßenerhaltung (Straßenzustandsermittlung, Winterdienste) für eine fahrstreifenfeine Abbildung der Straßeninfrastruktur?
  • Wie kann die Straßeninfrastruktur kosteneffizient und fahrstreifengenau auf Basis von FCD (GNSS-Positionsdaten aus dem Fahrzeug) abgebildet werden?
  • Welche Positionsgenauigkeit und Positionsverfügbarkeit von GPS und/oder Galileo-Positionsberechnungen ist für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete Voraussetzung?
  • Welches Potenzial wird für unterschiedliche Akteure (z. B. öffentliche Hand, Infrastrukturbetreiber, Industrie, sonstige Mobilitätsdienstleister) in den jeweiligen Anwendungsdomänen identifiziert (wirtschaftliche Verwertbarkeit)?