Testfeld Navigation und Verkehr der HAVAG

Navi­ga­ti­on im Ver­kehr als FuE-Aufgabe

Die Inte­gra­ti­on der Schlüs­sel­tech­no­lo­gien Ortung und Navi­ga­ti­on in Verkehrs­anwendungen hat wis­sen­schaft­lich, wirt­schaft­lich und tech­no­lo­gisch sehr gro­ße Poten­tia­le. Das Land Sachsen-Anhalt hat vor die­sem Hin­ter­grund ein Entwicklungs­labor für Ortung, Navi­ga­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on in Ver­kehr und Logis­tik ent­wi­ckelt und umge­setzt. Es wird von der Otto-von-Guericke-Universität Mag­de­burg koordiniert.
In die­sem Rah­men ist in Hal­le das Test­feld Navi­ga­ti­on und Ver­kehr ent­stan­den, das von der Hal­le­schen Ver­kehrs AG (HAVAG) als Kooperations­partner des Galileo-Netzwerkes gelei­tet wird. Für den Auf­bau und Betrieb des Test­fel­des unter­stützt pwp-systems die HAVAG als Sys­tem­lie­fe­rant mit Tech­nik und Know-how.
Unter­neh­men und Forschungs­einrichtungen wird in Hal­le die Mög­lich­keit gege­ben, ihre Lösun­gen im Ent­wick­lungs­pro­zess kon­ti­nu­ier­lich unter den unter­schied­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen zu tes­ten. Dabei müs­sen ins­be­son­de­re die zeit­lich sich ändern­den Satel­li­ten­kon­fi­gu­ra­tio­nen und unter­schied­li­che Umge­bungs­ein­flüs­se (Abschat­tun­gen, Mehr­weg­aus­brei­tun­gen der Satelliten­signale) berück­sich­tigt werden.

Ent­wick­lungs­um­ge­bung für erfolg­rei­che Projekte
Der Schwer­punkt des Test­fel­des liegt auf der opti­ma­len Ein­bet­tung in rea­le Anwen­dungs­be­din­gun­gen des öffent­li­chen Ver­kehrs (ÖPNV) und des Individual­verkehrs. „Vir­tu­al Gali­leo“ ist in die­sem Kon­text ein neu­er Ansatz und ermög­licht fle­xi­ble und detail­lier­te Wir­kungs­ana­ly­sen auf der Basis von simu­lier­ten Galileo- und GPS-Signalen unter rea­lis­ti­schen Bedingungen.
Ein Instru­men­ta­ri­um an hoch­wer­ti­gen Sys­te­men steht dafür im Test­feld zur Ver­fü­gung. Eine hoch­wer­ti­ge iner­tia­le Navi­ga­ti­ons­ein­heit (TALIN 3000), Dopp­ler­ra­dar und L1-L2-GPS-Receiver sind in ein Messdaten-Erfassungs­system inte­griert. Ein­ge­baut in eine Galileo-Straßenbahn und einen Galileo-Bus wird die Erzeu­gung von prä­zi­sen Referenz-Trajektorien mit einer Update­ra­te von 100 Hz, einer Positions­genauigkeit im Dezi­me­ter­be­reich und 100 % Ver­füg­bar­keit ohne Empfangs-bedingte Aus­fäl­le ermög­licht. Höchs­te Zuver­läs­sig­keit durch red­un­dan­te Sensor- und Signal­verarbeitung und das Zusam­men­spiel mit dem exakt ver­mes­se­nen Schie­nen­netz garan­tie­ren belast­ba­re Resultate.
Die Daten kön­nen als Input für Galileo- und GPS-Simulationen genutzt wer­den. Das offi­zi­el­le Simulations-System der ESA, das umfang­rei­che Vali­die­rungs­ver­fah­ren bestan­den hat, steht dafür zur Ver­fü­gung. Das User-Segment wur­de für die Inte­gra­ti­on von Gelän­de, Bebau­ung und Bepflan­zung erwei­tert, um rea­li­täts­na­he Ergeb­nis­se zu pro­du­zie­ren. „Vir­tu­al Gali­leo“ inte­griert simu­lier­te Galileo-Signale in rea­len Test­fahr­ten, um Wir­kungs­wei­se und Vor­tei­le des zukünf­ti­gen Euro­päi­schen Navi­ga­ti­ons­sys­tems bereits heu­te im rea­len Betrieb der Anwen­dung zu erpro­ben. Die Metho­dik zeich­net sich auch durch eine hohe Fle­xi­bi­li­tät aus und wur­de im Rah­men von Euro­päi­schen For­schungs­pro­jek­ten bereits erfolg­reich in Ber­lin, Inns­bruck, Tri­ent und Frank­furt angewendet.
Die Ergeb­nis­se der Mes­sun­gen und Simu­la­tio­nen kön­nen umfas­send ana­ly­siert und aus­ge­wer­tet wer­den. Zur Visua­li­sie­rung als „Vir­tu­al Rea­li­ty“ ste­hen 3D-Modelle des Stadt­ge­biets zur Verfügung.
Zusätz­lich gibt es im Test­feld eine flä­chen­de­cken­de Ver­kehrs­la­ge­er­fas­sung für die Stadt Hal­le und das regio­na­le Umfeld inklu­si­ve der Auto­bah­nen. Im Bereich des ÖPNV ist der Zugriff auf moder­ne Leit­tech­nik durch das moder­ne ITCS (Inter­mo­dal Traf­fic Con­trol Sys­tem) der HAVAG gegeben.

Anwen­dungs­ge­bie­te
Die Vor­aus­set­zun­gen in die­sem Test­feld sind opti­mal zur Erpro­bung von Tech­no­lo­gien zur Posi­tio­nie­rung im Land­ver­kehr, wie z. B.: „low-cost“ GPS, Transponder-Technologie, Geschwin­dig­keits­si­gnal, Gyro­me­ter und Beschleunigungs­sensoren. Neben den Leistungs­potenzialen ein­zel­ner Sensor­technologien ist ins­be­son­de­re die pas­sen­de Zusam­men­set­zung von Multi-Sensorsystemen und deren Kon­fi­gu­ra­ti­on für spe­zi­el­le Anwen­dun­gen von Interesse.
Das Leis­tungs­spek­trum des Test­fel­des geht über die Unter­su­chung der Positionierungs­komponente hin­aus und bie­tet die Mög­lich­keit der Inte­gra­ti­on in ver­kehrs­tech­ni­sche Sys­te­me. So kön­nen z. B. neue Betriebs­wei­sen auf der Basis robus­ter Navi­ga­ti­on direkt unter rea­len Betriebs­be­din­gun­gen erprobt werden.
Fol­gen­de Anwen­dungs­bei­spie­le kön­nen mit die­sem Ansatz unter Nut­zung der in Hal­le ver­füg­ba­ren Hard- und Soft­ware zum Ein­satz kommen:

  • Koope­ra­ti­ve Sys­te­me auf Basis von Car-to-Infrastructure- und Car-to-Car-Kommunikation.
  • Sys­te­me zur robus­ten Ortung und Navi­ga­ti­on auf GNSS-Basis unter Ver­wen­dung wei­te­rer Sen­so­rik für Anwen­dun­gen im Pkw, Lkw und in Schienenfahrzeugen.
  • Mobi­li­täts­diens­te für mobi­le Endgeräte.
  • Sys­te­me zur auto­ma­ti­schen und elek­tro­ni­schen Abrech­nung auf GNSS-Basis für den ÖPNV, Lkw- und Pkw-Verkehr.
  • Sys­te­me zur Opti­mie­rung des Ver­kehrs­flus­ses im ÖPNV.
  • Leit­sys­te­me für Nebenbahnen.
  • Sys­te­me zur Erfas­sung des Verkehrszustandes.
  • Städ­ti­sche Verkehrsmanagementsysteme.
© 2016-2026 pwp-systems GmbH - Impressum - Datenschutzerklärung